Status: anerkannt

So schnell kann es dann manchmal gehen. Gestern noch in Unsicherheit – trotzdem mit dem Bike unterwegs gewesen – geduckt und möglichst unsichtbar – vielleicht nicht wie Kriminelle, aber eben doch wie Unerbetene – heute Aufatmen: wir müssen uns nicht in Luft auflösen.

Natürlich war auch gestern alles mit der Chefin abgesprochen, das Nutzen von einsamen Feldwegen, das Vermeiden von Dörfern (Stadt geht gar nicht), Passport und Ausgangsbescheinigung, auf Nachfrage stehen wir „irgendwo am Strand bei Drepano“ – bloss nicht den Campingplatz erwähnen, denn die Campings in Griechenland sind ja alle offiziell seit mehr als einer Woche geschlossen.

Auch anderen fällt es schwer, sich an nicht unbedingt logische aber aufgrund von Unsicherheiten verständliche interne Regeln zu halten – es gibt Diskussionen „im Lager“, die Situation spitzt sich zu. Vielleicht gibt das dann den letzten Schubser doch endlich mal nachdringlich für eine klare Regelung zu sorgen. Der allabendliche Telefonanruf von Chefin Katharina bei der Tourismusbehörde jedenfalls ist ausgerechnet an diesem Samstagabend von Erfolg gekrönt – es ist offiziell: Der Platz darf seine Bewohner weiterhin beherbergen und für uns gelten zumindest ähnliche Regeln, wie für alle anderen (Griechen) auch. Harald und ich dürfen Radfahren gehen – die Mitteilung lautet natürlich allgemeiner: Einmal am Tag für maximal drei Stunden sportliche Tätigkeiten bzw. Spazierengehen, auch Schwimmen (aber natürlich nicht Strandliegen) ist erlaubt. Wassersport dagegen nicht: Angeln, Paddeln, Tauchen – ok, dem SUP können wir dann jetzt also erstmal die Luft ablassen. Egal. Mit dieser Regelung sind wir glücklich, denn damit ist die Entscheidung einfach, in unsicheren Zeiten die Sicherheit des Campingplatzes mit Versorgung und Gemeinschaft hoch zu schätzen…nur unsere Freiheit und die Freiheit zur eigenen Entscheidung und Einschätzung wäre für uns ein noch höheres Gut gewesen. Was hier im Kleinen sozial, psychologisch, gruppendynamisch und persönlich im Schnelldurchlauf durchgespielt wurde, wird sich in Städten, Gemeinden, Ländern und weltweit so oder anders auch noch zeigen. Wie hoch ist der Preis der Sicherheit, was kostet die Freiheit und das Persönlichkeitsrecht?

Wir sind sooo froh wieder in dieser schönen, einsamen Gegend radfahren zu dürfen, dass weder der Regenschauer an Tag eins, noch die gerissene Kette an Tag zwei unsere Laune trüben können. Was ein paar Stunden pedalieren an der frischen Luft wert sind, weiß man wohl erst wieder zu schätzen, wenn sie nicht mehr selbstverständlich sind.

Die Regentage wollen wir noch abwarten – sollte unser Status dann noch nicht geklärt sein und die intern auferlegte Ausgangssperre noch gelten, werden wir den Platz verlassen. Trostlos und unsicher – Wartezeit.
Man braucht nicht viel um glücklich zu sein!?
Doch: gesund sein und sich an der Natur bewegen zu können IST VERDAMMT VIEL!!
Selbst Regenwolken können schön sein und nass werden gehört nun mal dazu.
Steil hoch, die Lunge brennt, das Laktat beißt in den Beinen – HURRA…
Manchmal zu steil. Ich könnte ja jetzt sagen meine 2000 Watt, mit denen ich diese 20% hochgedrückt habe …. nee keine Ahnung beim Shiften ohne Druck, Zack, war die Kette auf einmal entzwei… Aber Harald flucht zwar immer fürchterlich rum, aber ich weiß ja…. ER kriegt das wieder hin. Natürlich (!) ist an meinem (!) Maxalami-Tool ein Kettennieter dran. Gut wenn man jemanden dabei hat, der was damit anfangen kann :-/
Es geht weiter und irgendwann ja auch immer wieder runter.
Hier ist im Hintergrund Nafplio zu sehen. Links die Festungsanlage. Bis gestern war das Fahren in die Stadt tabu – heute dürften wir wieder hin. Allerdings nicht mit dem Auto. Wer den Platz verlässt kommt nicht wieder rein. Für die „freien“ Camper ( in Nafplio sind es wohl 16) wird derzeit noch ein Platz gesucht…
Immer noch werden überall Olivenzweige verbrannt. Anderen Gefahren begegnen wir hier eher nicht, obwohl man selbst auf den einsamsten und holprigsten Wegen doch immer mit einem entgegenkommenden Auto oder Mofa rechnen muss.

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