Kefalonia – die Radfahrerinsel

Kefalonia begrüsst uns nach einer kurzen, ruhigen, ereignislosen Überfahrt mit wechselhaftem Wetter. Wir finden einen schönen Standplatz in Agios Efemia (wieder am Hafen, wieder mit Katzen und Tavernen sind auch nicht weit). Von dort starten wir Erkundungsfahrten – mit dem Auto – erstes Ziel ist eine Höhle, weil wir dachten, das ist regensicher und es uns von Eva, der Tochter des Wirtes empfohlen wurde. Leider ist dort aber alles verriegelt und verrammelt. Überhaupt schwankt die Stimmung hier zwischen sehr ruhiger Ort bis Geisterstadt, je nachdem wie „touristisch“ es im Sommer zu geht.

Wir finden allerdings auf unserer Dörfertour auf dem Weg zur Höhle etwas viel Besseres: die Microbrewery Kefalonia Beer :-). Die Tür steht offen und zwei Herren sind kräftig am Brauen, ein dritter kommt alle 3 min rein und will wieder etwas vom Bier „probieren“. Der junge Mann on duty hat in München studiert und ist sichtlich erfreut derart interessierte Deutsche zu treffen und ihnen von seinem Unterfangen zu berichten. Natürlich ist unser nächstes Ziel der Supermarkt, in dem wir dieses Bier auch erstehen können.

Nachdem wir Gewitter und Hagelschauer überstanden haben, kommt abends auch noch ein Teil-Inselweiter Stromausfall hinzu, wir lernen, dass Pelletöfen, nicht nur nicht ganz so schön lodern, sondern eben auch Strom brauchen. Ich verziehe mich daher direkt nach dem Abendessen (pig in the oven) ins Karlchen, während Harald nach dem Spannungsabfall auch noch den Komplettstromausfall aber auch das Wiedererleuchten der Straßenlaternen mitbekommt.

Am nächsten Tag merkt man von alledem nichts mehr, die Sonne strahlt, kein Wind, das Meer ist soweit man blicken kann ruhig, d.h. ideales Radfahrwetter. Da es nur maximal 13 Grad haben wird, führt uns die Runde nur bis 500hm – aber mit ein bisschen auf und ab und dem Abstecher zur venezianischen Festung werden es in Summe doch 1150hm. Auffahrt auf besten Straßen, mit tollen Blicken, Abfahrt auf holprigen Steinwegen – Schotter kann man das nicht nennen. Super Tourplanung, denn so kühlen wir nicht allzu sehr aus und es reicht wenig aufgewärmtes Wasser und ein Schwämmchen, um uns wieder sauber zu bekommen.

Aufgewärmtes WASSER … tja das Wasser muss man natürlich erstmal bekommen. Auf Ithaka gab es keine Quellen – aber hier auf Kefalonia sollte es kein Problem sein. Park4Night zeigt uns das Ziel. Mit unseren Gardena-Adaptern gerüstet schreitet wir (mitten auf einer Straße, die wundersamer Weise auf einmal stark befahren ist) zur Tat. Leider ist das Sch…teil kaputt, 50% spritzt am Aufsatz vorbei, der Druck durch den Schlauch daher sehr niedrig. Wir lassen 30 Minuten laufen und fangen parallel in Flaschen auf, was geht. Naja… so kann auch der simpelste Vorgang Zeit und Nerven kosten.

Weiter gehts zur Hauptstadt der Insel Argostoli. Cooler, großer Stellplatz direkt an der fast 700m langen Fußgängerbrücke in die Stadt, in der wir noch schnell Gemüse fürs Abendessen kaufen, die Lambchops sind schon im Kühlschrank.

Jetzt ist es 12 Uhr am nächsten Tag und es regnet und regnet. Das war gar nicht vorhergesagt, aber wir sind entspannt, da wir uns gestern ja ausgetobt haben. Wir freuen uns auf einen Spaziergang in die Stadt, die bei der nächtlichen Beleuchtung schon sehr schön ausgesehen hat. Wir werden noch einige Tage hierbleiben, jetzt wo wir genug Wasser und Strom haben, um es eine zeitlang ohne Campingplatz auszuhalten. Kefalonia ist nämlich gar nicht so klein und hat noch einiges für Radfahrer zu bieten.

Hafen von Agia Efemia. Sehr ruhig, aber zum Glück haben drei Tavernen und zwei Supermärkte geöffnet. Hier leben Menschen und bauen schon kräftig für die nächste Saison.
Unsere Taverne mit Eva und dem Pelletofen, der uns am Abend leider im Stich lässt. Ein Kamin wäre in diesen Fällen besser.
Der Jung-Unternehmer (rechts) mit deutscher Mutter (Lübeck).
Fachmännische Verkostung. Es gibt zwei Sorten Kefalonia Beer. 30 000l / Jahr.
Steinpisten abwärts
Harald-Suchbild, für alle, denen der Meerblick inzwischen zu langweilig geworden ist
Hier sind wir am Rand der venezianischen Festung. Rechts sieht man die Reste eines Turms
Viel ist sonst nicht erhalten. Hier ein paar Mauerstücke der alten Kirche.
Der Ort vor der Festung (Assos) fällt in die Kategorie Geisterstadt
Schöne, leere Straßen mit meist sanfter Steigung. Das Wasser hier hat aufgrund von Reflexionen der Kieselsteine in den Buchten eine krass hellblaue Farbe.
Die Myrtos-Bucht ist berühmt für diesen Blick und diese Farben.
Am Ende (oder am Anfang) dieser Brücke steht links unser Karlchen.

2 Antworten auf “Kefalonia – die Radfahrerinsel”

  1. So blauen Himmel würde ich auch gerne mal wieder sehen. Das sieht hier leider erstmal nicht danach aus. Aber heute Abend wieder kurz-kurz.
    Wünsche Euch weiterhin viel Spaß, tolle Erlebnisse und schöne Trails.

    1. Hab schon gehört: kurz-kurz aber mit Licht für die langen Tunnels. Wir sind heute -bei blauem Himmel- zum Abschluss 600hm zu einem Kloster gefahren, DAS war steil. Ich wollt immer mal den Widerstand rausnehmen aber ging leider nicht…;-). Viel Spaß euch heute und lieben Gruß an ALLE!

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